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Welt-Alzheimertag 2022 - Ein großer Erfolg

Erstellt von Netzwerk Altenhilfe |

Am 21.09 fand der Welt-Alzheimertag sehr gelungen unter dem Titel "Mitten im Leben" im HoSchMi-Stadl in Holzgünz statt.

Etwa 80 Besucherinnen und Besucher kamen zum Welt-Alzheimertag in den HoSchMi-Stadl in Holzgünz, organisiert vom Arbeitskreis "ambulante Hilfen und Anlaufstellen" im Netzwerk Altenhilfe und seelische Gesundheit. Der Arbeitskreis unter Leitung von Evi Uhl bewertete den Tag als großen Erfolg. Das Thema sei den Menschen in der Region sehr wichtig.
 
Landrat Alex Eder betonte zur Begrüßung: „Das Krankheitsbild der Demenz gilt als große Herausforderung für die gesamte Gesellschaft. Diese Problematik wird sich in den kommenden Jahren weiter zuspitzen."
Dr. Christine Schwendner, Referatsleiterin des Referats 42 beim bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, betonte, Demenz sei als gesellschaftliche Herausforderung zu sehen. Es sei wichtig, Menschen mit einer Demenz in die Gesellschaft einzubinden. Insbesondere vor dem Anstieg der Prävalenzraten sei dies notwendig. 2030 - so Prognosen - leben in Bayern voraussichtlich 300.000 Menschen mit einer Demenz. Als weiteren wichtigen Punkt hob Schwendner die hohe Belastung im Umfeld der betroffenen Personen hervor. Insofern helfen Veranstaltungen wie der Welt-Alzheimertag, dass die Gesellschaft demenzfreundlicher wird und Angehörige  Unterstützung erfahren.

Begleitet wurde der Tag von einer Ausstellung der Künstlerin Claudia Castillon, welche sie in einem Vortrag vorstellte. Nach einer kurzen Pause begeisterte Professorin Veronika Schraut von der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Kempten mit ihrem Vortrag "Was heißt denn hier ver-rückt?" das Publikum.

Zum Abschluss gab es eine intensive Diskussionsrunde, moderiert von Hubert Plepla, Koordinator des Seniorenkonzepts des Landkreises Unterallgäu. Teilnehmer waren der pflegende Angehörige Frank Schuch, Veronika Schraut, Evi Uhl und Daniela Speckamp von der Fachstelle für pflegende Angehörige aus Bad Wörishofen.   
Bei der Diskussionsrunde berichtete Schuch sehr ergreifend, wie hilflos und wie allein gelassen er und seine Frau sich nach der Diagnosestellung fühlten, wie es ihnen heute geht und mit welchen Problemen sie zu kämpfen haben. Speckamp erläuterte das Beratungs- und Begleitangebot der Fachstellen für pflegende Angehörige und machte darauf aufmerksam, dass die Personalkapazitäten begrenzt seien. „Das Weitergeben eines Flyers reicht da nicht aus, die Menschen brauchen in ihrer belastenden Situation auch eine enge personelle Begleitung und Beratung“, so Speckamp. Schraut appellierte, es sei auch eine kommunale Aufgabe, demenzkranke Menschen in die Gesellschaft zu integrieren. Kommunen müssten sich dieser Aufgabe stellen. Uhl erläuterte die Zeitfenster, Grenzen und Möglichkeiten eines ambulanten Pflegedienstes und die Herausforderungen aus ihrem klinischen Alltag am Bezirkskrankenhaus Memmingen. Die Diskutanten waren sich einig, dass es noch viele Verbesserungen für demenzkranke Menschen und deren Angehörige brauche, damit diese möglichst lange und gut im eigenen Zuhause versorgt werden können. Das Ehrenamt und pflegende Angehörige leisten dabei wertvolle Arbeit. Sie müssen in ihrer Tätigkeit gestärkt und gestützt werden. Deshalb wird neben verbesserten Rahmenbedingungen auch die Hilfe und Unterstützung von professionellen Dienstleistern und kommunalen Akteuren benötigt.


In den Pausen gab es die Möglichkeit, Kaffee und selbstgemachten Kuchen vom katholischen Frauenbund zu genießen, welcher auf Spendenbasis angeboten wurde. Des Weiteren konnten die Besucherinnen und Besucher das GESTALT-Projekt kennenlernen, eine Rundfahrt mit der Rikscha von den Maltesern aus Memmingen genießen, den Demenzparcours begehen oder die Kontaktstellen der Demenzhilfe Memmingen/Unterallgäu kennenlernen.
Ein großes Dankeschön geht an dieser Stelle auch an die weiteren Akteurinnen und Akteure an diesem Tag:
Gemeinde Holzgünz und den Bürgermeister Franz Rolla,
- den HoSchMi-Förderverein für die tolle Räumlichkeit und Unterstützung,
- Mitglieder der Kontaktstellen der Demenzhilfe Memmingen/Unterallgäu,
- Leiterin der Geschäftsstelle der GesundheitsRegionPlus Memmingen/Unterallgäu Nicola Galm,
Bezirk Schwaben,
GPV Memmingen-Unterallgäu.

Es wurde nicht nur auf der Bühne diskutiert, auch das Publikum wurde in die Diskussion eingebunden. Foto: Nicola Galm, GesundheitsRegionPlus Memmingen/Unterallgäu
Die Dekoration war sehr stilvoll. Foto: Claudia Castillon
Die Kontaktstellen der Demenzhilfe Memmingen/Unterallgäu waren den gesamten Tag vor Ort für die Besucherinnen und Besucher. Foto: Claudia Castillon
Dank Roberto Kalz (Leiter Ausbildung und soziale Dienste) von den Maltesern in Memmingen durften die Besucherinnen und Besucher eine Ausfahrt mit der Rikscha genießen. Foto: Claudia Castillon